Was jeder tun kann

Die Eichhörnchen verbuddeln im Herbst viele Vorräte für den Winter. Bei hoher Schneedecke und sehr starkem Frost können die Eichhörnchen jedoch nicht an ihre Vorräte gelangen, so dass in harten Wintern viele, besonders Jungtiere, verhungern. Dann halten wir es für sehr wichtig zuzufüttern. Ab Januar bekommen die Hörnchen Junge, so dass man mit der Fütterung die Muttertiere unterstützen kann.

Wir halten eine Zufütterung im Winter bis zum Frühjahr immer für sinnvoll. Wer Spaß an den Tieren hat, kann auch durch das Jahr füttern. Die Tiere wissen dadurch in Notzeiten schnell wo eine sichere Futterquelle zu finden ist. Dass die Tiere sich dann nicht mehr in der Natur versorgen, ist unseren Beobachtungen zufolge nicht zu befürchten.

Futterhäuschen, bei denen Hörnchen den Deckel hochheben und so an das trockene Futter gelangen können, gibt es im Handel oder eventuell auch beim Eichhörnchen-Notruf.com sowie bei Eichhoernchen-Eck.de. Handwerklich Begabte können solch ein Häuschen auch schnell selbst bauen. Aber bitte darauf achten, dass die Tiere den Deckel leicht und ohne Verletzungsgefahr öffnen können.

Immer wichtig: Wasserschalen aufstellen, Hörnchen brauchen dringend Wasser. Unverzichtbar im Sommer!


Frühlingszeit - Balkonzeit

Nach dem Winter möchten Balkonbesitzer nun Farbe in die Kästen bringen und räumen die Tannenzweige etc. ab. Bitte Vorsicht: Die ruhige Winterzeit haben Hörnchenmütter oft genutzt um in den Kästen Nester zu bauen und dort ihre Jungen aufzuziehen.

Bei den Abräumarbeiten werden dann schnell die Nester zerstört, im schlimmsten Fall werden die Jungen verletzt. Deshalb meine dringende Bitte: Gehen Sie behutsam vor! Nehmen Sie vorsichtig ein Ast nach dem nächsten aus dem Balkonkasten und erschrecken Sie nicht, wenn Sie Eichhörnchenjunge entdecken.

Sollte dies der Fall sein, decken Sie das Nest wieder mit dem Nistmaterial ab und bewahren Sie Ruhe. Wenn die Menschen den Balkon verlassen haben, wird die Mutter wieder auftauchen und dann entscheiden, ob sie das Nest wieder richtet und die Jungen noch eine Weile auf dem Balkon aufzieht. Oder sie fühlt sich zu stark gestört, dann wird sie die Jungen eins nach dem anderen in ein anderes Nest tragen. In jedem Fall ist zu sagen, dass ein Geburtsnest nach sechs Wochen verlassen wird, so dass ich Sie bitte sich zu gedulden. Denn danach kann der Balkon auch wieder schön bepflanzt werden.

Achtung! Auch in auf den Möbeln liegende Polster und Decken richten sich manchmal Hörnchenmütter ein. Daher auch hier unsere Bitte: Vorsichtig hochheben und erst einmal nachschauen. Danke!

Als Nahrung bieten sich an: Hasel- und Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Bucheckern, Zirbelnüsse, im Winter sind Maronen ein schöner gehaltvoller Leckerbissen (auf Schimmel achten). Generell fressen Hörnchen auch gerne Äpfel und Möhrenstücken. Im Sommer kann man an sehr heißen Tagen Wassermelone auslegen. Am besten in einem größeren Stück, denn kleine Stückchen sind schneller durch die Hitze verdorben. Die Reste immer abends entsorgen!

In unserer Sektion "Den Garten sicher machen" erhalten Sie viele weitere nützliche Tipps und Hinweise, wie sie selbst aktiv am Eichhörnchen-Schutz teilnehmen können.


Baumfällungen

Überall sind sie im Frühjahr zu hören: Die Sägen, die den Bäumen in Parks, Straßen und privaten Gärten zu Leibe rücken, zu oft mit dem Ziel diesen zu fällen. Doch ab Januar werden bereits Eichhörnchenjunge geboren und fallen diesen Fällaktionen nun zum Opfer. Deshalb bitten wir dringend, vor der Fällung zu prüfen, ob sich ein Nest (Kobel) darin befindet (auch in Baumhöhlen werden gerne Nester gebuat). Der Baum sollte mindestens ein bis zwei Wochen vorher genau beobachtet werden. Sieht man Eichhörnchen darin? Oder auch nur ein einzelnes Tier, das regelmäßig den Baum verlässt (vorzugsweise in den Morgen- und frühen Nachmittagsstunden) und ihn wieder hochklettert?

In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass darin ein Mutterier seine Jungen aufzieht. Einmal davon abgesehen, dass sich jeder vorab ernsthaft fragen sollte, ob ein Baum wirklich gefällt werden muss und damit ein Lebensraum für viele Tiere zerstört wird, darf ein Baum, in dem sich Nester von Eichhörnchen- und Vogeljungen befinden, nicht gefällt werden. Dies stellt einen Verstoß gegen das Natur- und Terschutzgesetz dar.

Wenn es gar nicht anders geht, sollte zumindest so lange mit der Fällung gewartet werden, bis die Jungtiere das Nest verlassen haben. Die Mutter trägt ihre Jungen nach sechs Wochen aus dem Geburtsnest in einen anderen Kobel und nach sechs bis zehn weiteren Wochen verlassen die Jungtiere in der Regel das zweite Nest.

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