Fund von Jungtieren

Ist ein Nest mit Jungen heruntergefallen, bitte überprüfen, ob die Jungen unverletzt geblieben sind. Man kann sie dazu anfassen, die Mutter wird sie trotzdem wieder annehmen. Verletzte Tiere wird die Mutter nicht mehr annehmen, ebenso stark unterkühlte Jungen. Daher sollte man die unverletzten Jungen ins Nest zurückpacken, das auch an der Stelle liegen bleiben sollte. Um die Jungen warm zu halten, kann eine Wärmflasche darunter gepackt werden. Wenn das Nest zerstört ist, kann man ein provisorisches aus einem Handtuch formen. Dasselbe gilt auch, wenn nur ein einzelnes Jungtier aus dem Nest gefallen ist.

In den meisten Fällen wird das Muttertier zurückkommen und ihre Jungen in ein anderes Nest tragen. Bitte zurückziehen, so dass die Mutter ungestört an das Nest und ihre Jungen herankommen kann. Dabei sollte man immer die Stelle weiterhin im Auge behalten, um zu verhindern, dass die Jungen von anderen Tieren wie Katzen, Vögeln geholt werden. Es kann einige Zeit (durchaus 1-3 Stunden) dauern, bis die Mutter sich wieder herantraut. Sie nimmt ein Junges nach dem anderen und trägt es in ein anderes Nest, dabei nimmt sie nicht unbedingt immer den gleichen Weg und es kann auch bis zu einer halben Stunde vergehen, bis sie nach dem Wegtragen wieder auftaucht. In diesen Pausen kann man dann die Wärmequelle überprüfen und evtl. erneuern.

Sollte die Mutter nicht zurückkommen, bitte die Jungtiere hereinnehmen und warm und geschützt “einpacken”, s. wie folgt.


Verletzte Jungtiere

Hat man ein verletztes Jungtier gefunden (es blutet, ein Bein oder Arm hängt schlaff herunter, Zahn/Zähne sind durch den Sturz ausgeschlagen oder Teile stecken im anderen Kiefer. Es ist sehr ausgekühlt, sehr schwach oder dreht sich im Kreis oder hält den Kopf schief, hat Fliegeneier oder Maden), wird die Mutter es nicht mehr annehmen oder ihm nicht helfen können. Dann ist es wichtig, es warm und geschützt in einen kleinen Tiertransportkorb, einen Karton, Korb o.ä. zu packen. Das Behältnis sollte weich gepolstert, mit einem Handtuch und zusätzlich möglichst einem Fleecetuch ausgestattet werden, das eine oder mehrere Jungtiere so darin liegen, dass es von den Tüchern gut begrenzt wird. Das gibt den Jungtieren ein Gefühl der Sicherheit, da sie diese Enge und Begrenztheit aus ihrem Nest kennen.

Der Korb etc. muss aber gut gesichert sein, damit ihn die Jungen nicht versehentlich verlassen können. Um die Jungen zu wärmen - das können sie nicht allein - sollte eine Wärmequelle wie eine Wärmflasche, ein Handwärmer, ein gewärmtes Kirschkernkissen oder ein Snugglepad unten hineingelegt werden. Jedoch immer so, dass das Junge auch ein Stückchen wegrutschen kann, falls es zu warm wird.

Die richtige Versorgung

Die gefundenen Tiere haben viel durchgemacht, sie stehen zumeist unter Schock und sind geschwächt. Sie benötigen RUHE!!! Sie schlafen in der warmen sicheren Umgebung stundenlang. Bitte halten Sie - so niedlich die Jungen auch anzusehen sind - alles fern, was diese Ruhe und den Schlaf stört (Lärm, neugierige Kinder, Haustiere, Nachbarn). WICHTIG: Auch wenn die Jungen nicht gleich in den Schlaf finden sollten, bitte lassen Sie sie nicht herumtoben. Sie kennen ihre Grenzen noch nicht, so manches arme kleine Hörnchen wurde nach der Zeit der Angst und des Schreckens anschließend zu Tode gespielt!

Oft sind die Jungtiere ausgetrocknet und benötigen dringend Flüssigkeit. Bei einem Tierarzt, der sich mit der Behandlung auskennt, kann das Tier eine Infusion bekommen. Wir beraten jederzeit gern - kontaktieren Sie uns einfach!

Notfall-Mischung:

  • 100ml Fencheltee (zur Not abgekochtes Wasser)
  • Ein Teelöffel Traubenzucker oder Honig
  • Eine Prise Salz

Ist weder ein Tierarzt noch eine der genannten kompetenten Stellen momentan erreichbar und kann das Tier aufnehmen, so können Sie aus Fencheltee mit Traubenzucker oder Honig und einer Prise Salz schnell eine Mischung herstellen, ist kein Fencheltee zur Hand, dann kochen Sie 100 ml Wasser ab und geben die vorgenannten Zutaten hinzu. Die Mischung sollte handwarm sein und wird am besten mit einer kleinen Spritze - ohne Nadel - oder eine Pipette vorsichtig tropfenweise ins Mäulchen gegeben. Das Tier darf sich auf keinen Fall verschlucken, es könnte Flüssigkeit in die Lunge geraten! Bei der Fütterung nimmt man das Tier in die Hand, am besten hält man es so, dass die zugeführte Flüssigkeit ggf. wieder aus dem Mäulchen herauslaufen kann.

Anfangs gestaltet sich die Flüssigkeitsgabe oft etwas schwierig, weil das Hörnchen diese Art der Fütterung natürlich nicht kennt. Es ist ratsam, die Flüssigkeitsgabe nach einer halben Stunde bis einer Stunde zu wiederholen.

Junge Eichhörnchen bis zu einem Alter von ca. 7-8 Wochen können noch nicht allein pullern. Im Nest übernimmt die Mutter das Stimulieren (und Ablecken). Es ist deshalb lebenswichtig, dass Sie dem Hörnchenjungen helfen, die Blase zu entleeren. Dazu nimmt man am besten ein Stückchen weiches Toilettenpapier, Taschentuch oder Wattepad und reibt es sanft in schnellen Auf- und Abbewegungen über die Spitze des “Schniepels” des Hörnchens. Sie müssen sich vorstellen: Das Muttertier leckt in schnellen (!) Bewegungen - hoch und runter - zack zack zack.

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